Von Müllhalde zum Ruhepol
Endlich komme ich dazu, Euch mal wieder etwas von unserer Hausnummer 38 zu erzählen. 😊
Geplant war eigentlich, dass wir zuerst im Haus alles reparieren, renovieren und schön machen, einziehen und uns erst im nächsten Jahr um das Aussengelände kümmern.
Doch jedes Mal, wenn ich aus dem Fenster schaute und auf diese „Müllhalde“ blickte, zog sich bei mir alles zusammen. Der Anblick nahm mir regelrecht die Luft. Statt Vorfreude auf unser neues Zuhause fühlte ich mich einfach nur erschlagen. Ich wusste oft gar nicht, wo wir überhaupt anfangen sollten. Es war, als würden wir gegen einen Berg ankämpfen, der einfach nicht kleiner werden wollte. Mehr als einmal hat mich das an meine Grenzen gebracht.
Hier seht Ihr ein paar Ausschnitte davon, wie wir den Innenhof übernommen haben.

Das Aufräumen begann
Also nutzten wir jeden Tag, an dem das Wetter mitspielte. Wir räumten auf, füllten Container, fuhren zur Mülldeponie, bauten ab, sortierten, stapelten und machten alles platt, was nicht mehr zu retten war.
Ich glaube, in meinem ganzen Leben habe ich mich noch nie mit so vielen Müllbergen beschäftigt wie in dieser Zeit. Irgendwann kannten mich die Männer am Bringhof schon besser als unsere neuen zukünftigen Nachbarn … und wir waren längst per Du. 😉

Als der Hof endlich halbwegs leer war, holten wir nach und nach unser Gartenzeug aus Hombruch herüber. Ich pflanzte um, schob Töpfe von einer Ecke in die andere, siebte Erde und probierte immer wieder neue Anordnungen aus.
Der Garten entstand nicht nach einem festen Plan. Er entwickelte sich einfach. Erst eroberte er die Hauswand, und als dort kein Platz mehr war, wanderte er Stück für Stück an der Guidomauer entlang.

Es ist immer wieder erstaunlich, wie unterschiedlich Menschen mit Überforderung umgehen. Die einen bekommen den Müllberg einfach nicht mehr kleiner, andere würden am liebsten die Koffer packen und verschwinden, wieder andere brechen irgendwann einfach zusammen.
Wir haben uns für einen anderen Weg entschieden. Einen Stein nach dem anderen. Einen Container nach dem anderen. Einen Schritt nach dem anderen. Wenn ich heute in unserem Innenhof sitze, muss ich manchmal daran denken, wie oft ich am Anfang am liebsten die Koffer gepackt hätte. Umso stolzer bin ich auf uns, dass wir geblieben sind. Es ist kein Paradies, das wissen wir. Aber die Hummeln, Bienen und Schmetterlinge haben uns schon nach wenigen Tagen gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.
Vielleicht ist genau das das schönste Dankeschön, das wir bekommen können?!

